Ägyptens Jugend - zwischen Revolution und Resignation  E-mail
Ägyptens Jugend

Vortrag und Diskussion mit Mag. Clemens Mantl, ehem. Gesandter zur Österreichischen Botschaft Kairo:
„Ägyptens Jugend – zwischen Revolution und Resignation“

22. November 2011, Clubraum der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN) Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2 / 2. OG, 1010 Wien

Wenige Tage vor den ersten demokratischen Wahlen Ägyptens seit dem Sturz des Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak zu Jahresbeginn 2011, veranstaltete das Kremser Nahost Forum in Kooperation mit dem Akademischen Forum für Außenpolitik (AFA)  einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Ägyptens Jugend – Zwischen Revolution und Resignation“.

 


Als Gastvortragender konnte mit Clemens Mantl, ehem. Gesandter zur Österreichischen Botschaft Kairo in den Jahren 2006-2011, ein ausgewiesener Experte für die Region gewonnen werden, der nicht nur die Tage der Revolution, sondern auch die Jahre des politischen Stillstands im Vorfeld hautnah miterlebt hatte.

In seinem Vortrag ging Clemens Mantl insbesondere auf die Faktoren des wachsenden politischen und gesellschaftlichen Unmuts in der ägyptischen Bevölkerung ein, wie z.B. steigende Inflation, weitgehende Verarmung der Bevölkerung und steigende Lebensmittelpreise, an welchen sich letztlich im Jahr 2008 auch die ersten großen Arbeiterproteste entzündeten.

Als eines der größten derzeitigen Probleme der ägyptischen Jugend und ihren Galionsfiguren wie Wael Ghonim, die maßgeblich an der Revolution am Tahrir-Platz beteiligt war, sehen politische Beobachter laut Clemens Mantl die Problematik die Forderungen der Revolution in konkrete politische Positionen umzumünzen, sowie einen grundsätzlichen Mangel an landesweiter Organisation, wie sie beispielsweise die Muslimbrüder aufweisen können.

Wähnten sich die jugendlichen Protagonisten der Revolution in den Sommermonaten in Umfragen noch im niedrigen zweistelligen Bereich, werden sie nach derzeitigem Vorhersagen wohl kaum mehr eine Rolle im „neuen Ägypten“ spielen, worin viele auch eine Begründung für die fortdauernden Revolutionsbemühungen und neu aufgeflammten Demonstrationen am Tahrir-Platz sehen.

Nach hochkonzentrierten und spannenden 90 Minuten Publikumsdiskussion, rund um Fragen zur politischen Zukunft der arabischen Welt im Allgemeinen und zu Ägyptens Aussichten im Besonderen, wurden weitere aktuellen Themen noch in den Clubräumlichkeiten bei einer kleinen Erfrischung besprochen.

Das Kremser Nahost Forum bedankt sich herzlichst bei Clemens Mantl für seine interessanten Einschätzungen, sowie beim Akademischen Forum für Außenpolitik unter der Leitung von Michael Pfeiffer für die großzügige Unterstützung der Veranstaltung.